wasserkefir herstellen - so geht's

Wasserkefir selbst herstellen - so geht's! #kefir #wasserkefir #fermente #getränke #sommerzeit

Seit einer ganzen Weile braue ich nun schon meinen Kombucha selbst, backe Sauerteigbrote, mache Gemüse ein und bin kontinuierlich auf der Suche nach neuen Fermenten! Das Thema hat es mir wirklich angetan und ist inzwischen zu einem kleinen Hobby geworden, von dem mein Freund und ich auch noch profitieren :-)

Wasserkefir kenne ich schon seit meiner Kindheit, schon als ich noch klein war, habe ich das limonadenartige Gärgetränk geliebt. Nachdem Wasserkefir, genauso wie Kombucha, seit geraumer Zeit wieder in aller Munde ist, ist es mir endlich gelungen, hier auf Ibiza an die, für die Herstellung nötigen, Kefirkristalle zu gelangen! Ich habe direkt am selben Tag losgelegt und schon 2 Tage später die ersten Gläser Wasserkefir trinken können.

Das ist das Tolle an Wasserkefir, nach 2 Tagen ist das Getränk fertig und man kann wieder von vorne beginnen. Perfekt also für alle die ungeduldig sind! Dabei vermehren sich die Kristalle munter weiter und schon nach kurzer Zeit, kann man sie an Freunde und Bekannte weiter geben.

Kefir hat einen tollen, erfrischenden Geschmack, der an Bitter Lemon erinnert. Während des Gärprozess’ bildet sich einiges an Kohlensäure, was die Wasserkefir zu einem tollen Ersatz für Limonade macht.

Was ist kefir genau?

Kefir ist ein Gärgetränk, dass mit Hilfe von Kefirkristallen, Zucker, Trockenfrüchten und Säure aus z.B. Zitronen angesetzt wird. Die Kefirkristalle bestehen aus Milchsäuren und Hefen und machen das Endprodukt probiotisch. Sie erinnern in ihrer Optik an Kristalle und sind dadurch zu ihrem Namen gekommen.

Kefir steckt, genauso wie Kombucha, voller wertvoller Inhaltsstoffe, die das Getränk nicht nur lecker, sondern auch noch extrem gesund machen. Wasserkefir steckt voller B-Vitamine, was vor allem für Vegetarier und Veganer sehr interessant ist. Auch die Vitamine K und C sind vorhanden und schützen den Körper vor Entzündungen und Krankheiten wie Osteoporose.

Die enthaltenen Milchsäurebakterien fördern die Verdauung und können sich bei Menschen mit träger Verdauung sehr positiv auf die Darmgesundheit auswirken.

Zucker- und Alkoholgehalt im Wasserkefir

Genau wie Kombucha, kommt Wasserkefir nicht ohne die Zugabe von Zucker aus. Zucker ist essentiell bei der Herstellung des Gärgetränks. Je länger der Wasserkefir jedoch fermentieren kann, desto geringer wird der Zuckergehalt im späteren Endprodukt. Diese Faustregel gilt auch für den Ethanolgehalt im Wasserkefir. Wie bei allen Fermenten entsteht während des Gärprozess’ naturgemäß etwas Alkohol. Das ist völlig normal und unbedenklich. Wie gesagt, je länger der Kefir steht, desto geringer wird der Alkoholgehalt und ist dann mit dem von zum Beispiel Apfelsaft vergleichbar.

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Equippment

Braugefäß (ich verwende gerne 5l Einmachgläser)
Küchenrolle oder eine sehr feinmaschige Gaze zum Abdecken
Haushaltsgummis
Henkelflaschen
Trichter und ein darauf passendes Küchensieb aus Kunststoff

ZUTATEN & BASIS-REZEPTUR FÜR 1 LITER WASSERKEFIR

1l Wasser
60g Zucker
30g Wasserkefirkristalle
2 ungeschwefelte Feigen (bzw. circa 30g umgeschwefelte Trockenfrüchte wie Aprikosen, Rosinen oder Datteln)
2 - 3 dünne Scheiben unbehandelte Zitrone

Zuerst den Zucker im Wasser auflösen. Damit sich dieser vollständig und problemfrei auflöst, erhitze ich einen Teil des Wassers und löse den Zucker darin auf, lasse den Leuterzucker kurz abkühlen und gieße dann den Rest mit kaltem Wasser auf. Dadurch erhält mein Zucker-Wasser-Gemisch wieder Raumtemperatur und ich kann direkt weiter machen. Ganz wichtig ist, den Wasserkefir niemals mit heißem Wasser anzusetzen, dabei würden die Hefen und Milchsäurebakterien zerstört werden und die Kristalle wären nutzlos.

Die Kristalle einmal unter fließendem, kalten Wasser abwaschen und in das sterile Einmachglas geben. Den Leuterzucker vorsichtig aufgießen und das Trockenobst, sowie die Zitronenscheiben hinzugeben. Ich achte dabei immer darauf alle Zitronenkerne zu entfernen, damit ich sie beim Nächsten Gärvorgang nicht aus den Kristallen fischen muss.

Das Einmachglas mit etwas Gaze oder Küchenrolle mit Hilfe eines Haushaltsgummis verschließen.

An dieser Stelle gibt es nun 2 Möglichkeiten weiter zu verfahren. Genauso wie beim Kombucha kann man bei Wasserkefir eine 2. Fermentation in der Flasche anschließen. Diese führt meiner Meinung nach zu einem noch besseren Ergebnis, denn durch die 2. Fermentation bildet sich eine tolle Kohlensäure und man hat die Möglichkeit das Produkt durch die Zugabe von zum Beispiel Obst oder Kräutern noch zu verfeinern. Das ist aber Geschmacksache, am besten man probiert beide Varianten einmal aus.

Variante 1:
Nach 2 Tagen im Gärgefäß, also nach etwa 48 Stunden, sollte die Wasserkefir fertig sein. Ihr könnt die Kefir nun direkt trinken oder in Flaschen füllen und in den Kühlschrank stellen. Dafür einfach das Küchensieb aus Kunstoff und den Trichter zu Hilfe nehmen und die fertige Kefir dadurch in Flaschen abfüllen. Nehmt vorher die Trockenfeigen und Zitronen ab. Die Kefirkristalle landen im Sieb und können direkt unter fließendem Wasser abgewaschen werden und auf’s Neue verwendet werden.

Vor dem Verschließen der Flaschen kann man Zitronenabrieb, verschiedene Kräuter oder Früchte hinzugeben und die Kefir dann für einige Wochen im Kühlschrank lagern. Bei dieser Variante wird die Wasserkefir nur wenig bis gar keine Kohlensäure enthalten, sobald der Kefir in den Kühlschrank kommt werden die Gärprozesse extrem verlangsamt oder gar angehalten.

Variante 2:
Die Kefir wird bereits nach 24 - 36 Stunden in Flaschen gefüllt. Genauso wie bei Variante 1 sollte man die Kefir durch Trichter und Sieb in Flaschen abfüllen. An dieser Stelle kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen und Früchte oder Kräuter hinzugeben. Man sollte aber stets darauf achten, dass die Zugabe von mehr Zucker, also in Form von süßen Früchten, auch mehr Kohlensäure bedeutet.

Ich mag am liebsten die ganz klassischen Varianten wie Zitronenschale und Minze, Orange und Rosmarin oder generell Kräuter wie Waldmeister oder Zitronemelisse.

Der Kefir sollte dann bei Raumtemperatur an einem dunklen Ort zu Ende fermentieren. Je nachdem wann abgefüllt wurde sollten die Flaschen 12 -24 Stunden stehen. Vorsicht ist geboten, denn es entwickelt sich Kohlensäure! Wer unsicher ist, kann die Flaschen zwischendurch ganz kurz öffnen, um etwas Kohlensäure entweichen zu lassen. Wichtig ist, die Flaschen auf jeden Fall nach der 2. Fermentation in den Kühlschrank zu stellen, um den Fermentationsprozess zu unterbrechen.

Egal wie ihr Euch entscheidet, nachdem in Flaschen abgefüllt wurde kann das Ganze direkt von vorne beginnen :-)
Unter günstigen Bedingungen werden sich Eure Kefirkristalle schnell vermehren und ihr könnt ganz schnell schon mehr als 1 Liter herstellen oder Euren Freuden mit ein paar Kristallen eine Freude bereiten.

Ich war zu Beginn sehr Euphorisch und kam mit dem Trinken gar nicht mehr hinterher. Für uns hat es sich bewährt alle 2 Tage 2 Liter Wasserkefir zu brauen. Alles andere wurde neben Kombucha und Co viel zu viel.

Tipps & Anmerkungen

  • Ganz wichtig ist, dass ihr beim Wasserkefir herstellen immer sauber arbeitet, die Gefäße sollten immer steril sein und die Hände gewaschen. Spülmittelreste und metallene Gegenstände können sich negativ auf die Kristalle auswirken, daher immer darauf achten Edelstahl oder auch Holz zu verwenden.

  • Ich würde dazu raten die Wasserkefir in Glasflaschen abzufüllen. Diese kann man immer wieder verwenden und wunderbar sauber halten. Zudem möchte ich nicht riskieren später Plastikpartikel in meinem Getränk zu haben, schließlich möchte ich mir ja etwas Gutes tun.

  • Gerade bei der zweiten Fermentation ist auf die Qualität der Henkelflaschen zu achten, diese sollten auf keinen Fall zu dünnwandig sein, denn Kohlensäure bedeutet natürlich auch Druck auf den Flaschen und es kann schnell passieren, dass mal eine Flasche platzt. Ein, wie ich finde guter Trick, ist es die Flaschen während der zweiten Fermentation in eine große, verschließbare Box zu packen. Falls dann doch etwas passieren sollte, verletzt sich niemand und die Küche bleibt sauber.

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